Datenschutz: Wer bin ich im realen Leben? Wer bin ich im Internet?

Eigentlich sollte man glauben, dass jeder Mensch derselbe ist – im wahren Leben und im Internet. Das stimmt aber nicht so ganz, denn wir erzählen „echten“ Freunden andere Dinge über uns als unsere Leser im Internet von uns erfahren können. Im November war die Blogger-Schule in einer Mittelschule zu Gast, wir sprachen mit 4 Schülern über das Thema „Datenschutz“. Hier unser Bericht.

Echter Name oder Pseudonym?

Bei diesem 3. Workshop drehen wir Handy-Videos für die Talentshow, aber zu Beginn wollen wir über etwas ganz Wichtiges diskutieren. Also stellen wir in die Mitte des Informatikraums einen Tisch mit 7 Stühlen drumherum. Edona, Frida, Aman und Tamin nehmen Platz, hinzu kommen der Lehrer Simon Friederich und wir – Karin Hertzer und Joachim Hummel von der Blogger-Schule.

Damit ihr unsere Gruppe besser kennenlernen könnt, stellen wir euch die 2 Mädchen und 2 Jungen kurz vor:

  • Edona und Frida sind Freundinnen: Sie haben ausländische Wurzeln und leben schon lange in Deutschland. Edona hat ein Handy-Video übers Tischdecken gedreht, Frida kann Teigtaschen zubereiten.
  • Aman und Tamin heißen eigentlich anders. Wir haben uns einen anderen Vornamen überlegt. Mit einem solchen Pseudonym stellen wir sicher, dass sie hier auf unserem Blog nicht erkannt werden. Auch auf den Fotos und in den Talentshow-Videos zeigen wir ihre Gesichter nicht, ihr seht nur Hände und Arme. So bleiben die Schüler anonym.
  • Aman hat im Sommer einen ausführlichen Blogbeitrag für die Rubrik „Einblick“ geschrieben. Dort berichtet er, wie er sich in Deutschland das Gitarrenspielen beigebracht hat. Passend zu seinem Text zeigt er Fotos von sich und setzt einen Link zu einem YouTube-Video eines bekannten Gitarrelehrers.
  • Auch Tamin kann Gitarre spielen, dazu haben wir im Herbst ein Handy-Video gedreht und ein Interview mit ihm gemacht. Das Video haben wir zuerst auf YouTube hochgeladen und dann den Link in den Blogbeitrag gesetzt.

Was gibt es im realen Leben und im Internet?

Wir teilen ein Arbeitsblatt aus und sprechen mit den Schüler darüber, was es alles im wahren Leben gibt. Die Liste wird immer länger. Alle tragen in das obere Feld Worte ein, die ihnen gerade einfallen:

  • Stadt, Sport, Schule, Essen, Freunde…
  • Bahn, Autos, Skateboard, Fahrrad…
  • Pflanzen, Bäume, Häuser…

In das untere Feld tragen die Schüler Worte ein, die mit dem Internet zu tun haben. Denn auch das Web ist eine eigene Welt, in der aber andere Dinge passieren als in der realen Welt. Dazu fallen uns diese Begriffe ein:

  • Videos, Foto, App…
  • Soziale Netzwerke, Whatsapp…
  • Blogs, Webseiten…

Wer bin ich im Internet?

Das 2. Arbeitsblatt füllt jeder für sich aus. In der Mitte steht in einem Oval das fettgedruckte Wort ICH, davon gehen nach außen 10 Pfeile ab. Die Schüler überlegen, was sie im Internet über sich erzählt haben:

  • Wo habe ich meinen echten Namen genannt?
  • Können andere Leute herausfinden, aus welchem Land ich komme?
  • Was kann man auf den Fotos und Videos über mich erfahren, die ich gepostet habe?

Je länger die Schüler nachdenken, auf welchen Social Media Kanälen sie etwas von sich zeigen, desto mehr füllen sich die Arbeitsblätter:

  • Edona: Geburtstag, Spitzname, meine Schule, meine Herkunft, meine Eltern, Verwandte, Sportart, Sprache, wo ich jetzt bin
  • Frida: meinen Vornamen, Aussehen, Alter, Herkunft, Freunde, Sprachen, Geburtastag, Familie
  • Aman: echter Name, Geburtsland, Aussehen, Snapchat, Standort, Wohnort
  • Tamin: echter Vor- und Nachname auf YouTube, Instagram und Facebook, Sänger, Videos, Geburtstag, Alltagsleben bei Snapchat, Fußball, Boxen, Fitness, Videos von Hobbys, Fotos auf Facebook

Standort über GPS erkennen: Ehrlich gesagt kamen wir erst während der Diskussion auf die Idee, dass übers Handy sogar Daten über unseren jeweiligen Standort produziert werden. Denn sowie wir die GPS-App nutzen, können Google und andere Internet-Dienste diese Daten mitlesen und möglicherweise für eigene Zwecke auswerten.

Die Macht der Daten im Internet

Als alle Antworten beisammen waren, stellten wir erstaunt fest, wieviel die Schüler über sich im Internet preisgeben. Frida erzählte uns, dass sie nachträglich einiges über sich wieder gelöscht hat. Wir fragten uns aber, ob die Daten dann wirklich komplett aus dem Internet verschwunden sind. Oder sind sie weiterhin vorhanden, aber nur nicht mehr für jeden sichtbar?

„Das Internet vergisst nichts!“ – zu diesem Ergebnis kamen wir am Ende unserer Diskussion. Daher sollten wir uns genau überlegen, welche Spuren wir im Web hinterlassen wollen. Denn selbst wenn wir nicht mehr in der realen Welt leben, existieren wir in der virtuellen Welt immer noch weiter.

In der ARD-Mediathek könnt ihr euch einen ausführlichen Film aus der Serie Quarks & Co. anschauen, der gut zu diesem Thema passt: „Die Macht der Daten„. Danke für den Link an Simon Friederich.

Protokoll: Karin Hertzer

Fotos: Joachim Hummel

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